OECD Mindeststeuer (Pillar 2) – Realität statt Theorie
Worum es geht
Multinationale Gruppen mit einem Umsatz von über EUR 750 Mio. unterliegen künftig einer effektiven Mindestbesteuerung von 15 % – unabhängig davon, wo die Gewinne anfallen.
Schweizer Umsetzung
Die Schweiz erhebt eine Qualified Domestic Minimum Top-up Tax (QDMTT).
Heisst konkret:
Wenn eine Schweizer Einheit unter 15 % besteuert wird, zieht die Schweiz die Differenz selbst ein – bevor es ein anderer Staat tut.
Was viele unterschätzen
Das ist kein klassisches Steuerrecht mehr. Das ist:
- Datenrecht
- Reportingpflicht
- Systemintegration
Die Berechnung basiert nicht auf der Steuerbilanz, sondern auf einem eigenen Regelwerk (GloBE). Wer glaubt, das mit einer Excel sauber abzubilden, spielt auf Risiko.
Konsequenzen für die Praxis
- Holdingstrukturen verlieren an steuerlicher Arbitrage
- Substance wird entscheidend – nicht nur formal, sondern wirtschaftlich
- Intercompany-Strukturen müssen überprüft werden
- Reporting wird zur Daueraufgabe (inkl. Safe Harbour Tests)
Einordnung
Das alte Modell „Gewinne dorthin, wo Steuern tief sind“ ist faktisch beendet.
Die Zukunft gehört Strukturen, die wirtschaftlich tragen und steuerlich bestehen.
Fazit
Pillar 2 ist kein Steuerthema. Es ist ein Governance-Thema.
Wer es früh sauber aufsetzt, behält Kontrolle. Wer reagiert, verliert Marge.
#TaxLaw #SwissTax #Pillar2 #OECD #MinimumTax #CorporateTax #Zugtrust #InternationalTax #Compliance #BEPS
(c) 2026 Ludwig Limbeck AG, Autor Rolf Limbeck